• Aufklärungsforschung, Menschenrechte und religiöse Diversität, die ethisch-politischen Fragen und Probleme des kolonialen Erbes der Aufklärung, Moderne Jüdische Studien und die Tagebücher von Anne Frank sind die aktuellen Forschungsschwerpunkte am Kolleg.

 

  • 2009 im Rahmen der Exzellenzinitiative eröffnet, hat das Lichtenberg-Kolleg an der Universität Göttingen als Forschungsinstitut (Institute for Advanced Study) in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein distinktes akademisches und kulturelles Profil aufgebaut.

 

  • Das Kolleg ist ein einzigartiger Treffpunkt von diversen akademischen Kulturen. Es ist ein kleiner, feiner internationaler Kooperations- und Forschungsinkubator zwischen Wissenschaftler:innen aus der ganzen Welt. Etwa zwanzig Menschen aus verschiedenen, auch benachteiligten (akademischen) Kulturen, und auch bedrohte Wissenschaftler:innen (scholars at risk), denen Göttingen ein sicheres Refugium und das Kolleg ein freies und offenes intellektuelles Zuhause bietet, forschen hier.

 

  • Das Kolleg dient der Internationalisierung der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung in Göttingen sowie dem Dialog und der multidisziplinären Kooperation zwischen internationalen Akademiker:innen (Fellows) und Wissenschaftler:innen am Göttinger Campus. Das wöchentliche interdisziplinäre Forschungsseminar, die wöchentlichen thematischen Lektüre- und Diskussionsgruppen sowie Mentoring und zahlreiche andere (in)formelle Aktivitäten vernetzen alle beteiligten und interessierten Forscher:innen.

 

  • Das Kolleg bietet ein kohärentes und kompetitives internationales Nachwuchsförderungsprogramm mit zweijährigen Early Career Fellowships, das talentierte, junge, ausländische Wissenschaftler:innen nach Niedersachsen bringt. Viele Early Career Wissenschaftler:innen haben Mentor:innen am Göttinger Campus. Zu den multiplen karrierefördernden Massnahmen gehört neben dem Kern der wissenschaftlichen Forschung auch die Lehre, so bereichern Lichtenberg-Kolleg Fellows das Lehrangebot an den Göttinger geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten. Sie tun das unentgeltlich.

 

  • Dialog und Kooperation zwischen verschiedenen akademischen Generationen werden bei uns intensiv gepflegt, insbesondere dank der Einbindung von eingeladenen Mid-Career und Senior Research Fellows – herausragenden Akademiker:innen und Expert:innen, die die thematisch ausgerichteten Forschergruppen am Kolleg ergänzen und vervollständigen.

 

  • Seit 2013 ist die Erforschung der Göttinger Aufklärung in ihren europäischen, atlantischen und globalen Kontexten ein besonderer Schwerpunkt am Kolleg. Das ist selbstverständlich für ein Institut , das sein Zuhause in Göttingens Historischer Sternwart hat, einem Denkmal und Erinnerungsort von Wissenschaft und Aufklärung, wo einst Grössen wie Carl Friedrich Gauss (1777-1855) lebten und wirkten.

 

  • Das Kolleg öffnet die Türen seines besonderen Zuhauses den Einwohner:innen und Bürger:innen von Göttingen und dem weiteren interessierten Publikum immer wieder mit grosser Freude. Unsere Tage der offenen Sternwarte feiern wir mit tausenden von Besucher:innen, die uns zu Führungen, Vorträgen, Präsentationen und Konzerten in der Sternwarte besuchen. Zudem fanden in den vergangenen Jahren zahlreiche öffentliche Vorträge und Lesungen sowie fünf erfolgreiche Ausstellungen statt, oft zu Ehren beinahe vergessener Schätze aus den Göttinger Universitätssammlungen: Tell Me Why My Children Died, Lichtenberg LachtLichtenbergs Menschenbilder, Sturm der Bilder – Bürger, Moral und Politik in den Niederlanden (1515-1616) und 2021 Rembrandt – Der Künstler, seine Gesellschaft und seine Religion (1606-1669).

 

  • Alle multidisziplinären Forschergruppen am Kolleg sind thematisch ausgerichtet. Seit den massiven Kürzungen im Jahr 2017, nach Ende der Exzellenzfinanzierung (das bedeutete ein Minus von etwa € 250’000 pro Jahr, ein Viertel des damaligen Budgets) können drei bis vier Gruppen mit je 3-5- Early Career Fellows sowie 2-3- Mid Career und Senior Research Fellows in der Sternwarte forschen. Hinzu kommen extern finanzierte Wissenschaftler:innen und Projekte, die den Göttinger Campus bereichern.

 

  • Die Forschergruppen Primate Cognition: Historical, Philosophical and Linguistic Perspectives; Globalizing the Enlightenment: Cultures of Knowledge, Travelling Intellectuals and University Collections und Human Rights, Constitutional Law and the Governance of Religious Diversity waren eingebunden in die Göttinger Exzellenzplanung – strategisch natürlich von Universität und Präsidium mitentschieden, mitgetragen und unterstützt.

 

  • Das Kolleg baute kleine und etwas grössere Brücken zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften, z.B. als Partner, zusammen mit dem deutschen Primatenzentrum und dem Bernstein Center for Computational Neuroscience, des Projektes ‚Primatenkognition’ – seit 2015: Primate Cognition Leibniz Science Campus Göttingen.

 

  • Unsere offene Ausschreibung von 2020 eröffnet neue Forschungshorizonte in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die im Herbst 2020 eingegangenen Anträge von Göttinger Wissenschaftler:innen beschäftigen sich u.a. mit aktuellen, kritischen und gesellschaftsrelevanten Fragen im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie und den derzeitigen weltweiten ‚Public Health Crises’.

 

  • Das Kolleg ist seit einigen Jahren auch das Zuhause des internationalen Anne Frank Projekts in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut in Frankfurt. Das Projekt wurde bisher extern finanziert durch den Anne Frank Fonds in Basel und die Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM). Hier geht es um die Erarbeitung der ersten wirklich historisch-kritischen und mehrsprachigen Edition der Tagebücher von Anne Frank sowie internationale Forschungsprojekte zur dieser Thematik.

 

  • Aus den extern finanzierten Anne Frank Fellowships entwickelte sich das einzigartige Stipendien- und Forschungsprogramm in Modernen Jüdischen Studien in Kooperation mit der Göttinger Akademie der WissenschaftenModern Jewish Studies stehen am Kolleg nicht in Isolation sondern sie sind in einer internationalen, interdisziplinären Forschungsinstitution integriert. Benannt nach dem Mathematiker Moritz Stern (1807-1894) – dem ersten jüdischen Ordinarius an einer deutschen Universität, nämlich Göttingen und Vorfahre von Anne Frank – ehren auch die Moritz Stern Fellowships einen Teil des historischen Erbes der Universität Göttingen, genauso wie die Aufklärungsforschung.

 

  • Aktuelle Forschungsschwerpunkte: Aufklärungsforschung, Menschenrechte und religiöse Diversität, die ethisch-politischen Fragen und Probleme des kolonialen Erbes der Aufklärung (in Kooperation mit Forum Wissen), moderne jüdische Studien (in Kooperation mit der Göttinger Akademie der Wissenschaften) und die Tagebücher von Anne Frank (in Kooperation mit dem Fritz-Bauer Institut in Frankfurt).